W. A. Mozart (1756-1791) – Requiem in d- moll – Tuba mirum | Ökumenische Kantorei Marzahn | Leitung – Sebastian Sommer

W. A. Mozart (1756-1791) – Requiem in d- moll – Domine Jesu Christi | Ökumenische Kantorei Marzahn | Leitung – Sebastian Sommer

W. A. Mozart (1756-1791) – Requiem in d- moll – Benedictus | Ökumenische Kantorei Marzahn | Leitung – Sebastian Sommer

 

 

Die ökumenische Kantorei Marzahn

 

Als gemeinsam getragener Kirchenchor der kath. Gemeinde „Von der Verklärung des Herrn“ und der evang. Kirchengemeinde im Dorf Marzahn existiert unsere Kantorei seit dem Jahr 2008.

Unser Repertoire umfasst neben Werken der Chorsinfonik (u.a. Johann Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium, Georg Friedrich Händel: Messias, Wolfgang Amadeus Mozart: Requiem KV626 und Vesperae solennes de confessore KV 339) eine Vielzahl von a-capella-Werken verschiedener Stilepochen (u.a. Heinrich Schütz: Johannespassion, Felix Mendelssohn-Bartholdy: Motetten, Sechs Sprüche zum Kirchenjahr op. 79).

Wir gestalten regelmäßig die sonntägliche Kirchenmusik in unseren beiden Kirchen, singen Konzerte und haben jährlich eine Chorreise. Wir sind ein Kirchenchor, geprägt vom christlichen Glauben, und sehen unsere vornehmste Aufgabe darin, die Frohe Botschaft musikalisch weiterzutragen. Wer bei uns mitsingen möchte, muß jedoch nicht unbedingt selber einer Konfession angehören.

Die Freude jedes einzelnen Sängers daran, mit der eigenen Stimme schöpferisch tätig zu sein und diese zu entfalten, prägen unsere Gemeinschaft. So legen wir besonderen Wert auf die Stimmbildung, daher haben wir eine Stimmbildnerin, Frau Dörthe Haring, die in den Proben zusätzlich mit uns arbeitet. Zur Zeit haben wir 60 Mitglieder.

Dekanatskirchenmusiker Sebastian Sommer (A-Examen Kirchenmusik in Halle/Saale 1998,) ist seit 1998 an der kath. Gemeinde „Von der Verklärung des Herrn“ tätig, in dieser Funktion ist er Leiter unseres Chores.

Ökumenische Kantorei Marzahn

Das Requiem – Entstehung

 

In den letzten Jahren vor seinem Tod wandte sich Mozart verstärkt der Kirchenmusik zu – eine ganze Reihe von Kyrie-Fragmenten wird auf die Jahre 1787–1791 datiert. Er versuchte, sich im kirchenmusikalischen Fach ein Auskommen zu sichern, indem er sich im April 1791 erfolgreich als Adjunkt des Domkapellmeisters an St. Stephan in Wien, Leopold Hofmann, bewarb. Die Stelle war zwar unbezahlt, doch erwarb sich Mozart so die „Erwartung auf die 2000 Gulden eintragende Kapellmeisterstelle“, also die Zusicherung einer sehr lukrativen Position. Im Juni 1791 schloss Mozart die FronleichnamsMotette Ave verum corpus (KV 618) ab. Ein Arbeitsauftrag für ein größeres Kirchenwerk musste ihm somit sehr entgegenkommen.

 

Im Laufe des Jahres 1791 wurde Mozart durch Vermittler, die für den exzentrischen Grafen Franz von Walsegg agierten, mit der Komposition eines Requiems beauftragt und erhielt die Hälfte der Bezahlung im Voraus. Er hielt sich an die übliche Textgestalt des Requiems und verzichtete lediglich, wie das in den meisten musikalischen Bearbeitungen der Fall ist, auf eine Vertonung von Graduale und Tractus. Als Vorbild mag das Requiem c-Moll von Michael Haydn gedient haben, an dessen Uraufführung Mozart als Fünfzehnjähriger im Orchester mitgewirkt hatte.

 

Während des Kompositionsprozesses erkrankte Mozart schwer. Bis zu seinem Tod am 5. Dezember 1791 hatte er lediglich den Eröffnungssatz des Introitus (Requiem aeternam) mit allen Orchester- und Vokalstimmen niedergeschrieben. Das folgende Kyrie und der größte Teil der Dies-iraeSequenz (vom Dies irae bis zum Confutatis) waren lediglich in den Gesangsstimmen und dem bezifferten Bass fertiggestellt, darüber hinaus waren verschiedentlich einige wichtige Orchesterpartien (etwa Posaunensolo im Tuba mirum, öfter Stimme der ersten Violinen) kurz skizziert. Der letzte Satz der Sequenz, das Lacrimosa, brach nach acht Takten ab und blieb unvollständig. In den 1960er Jahren wurde eine Skizze für eine AmenFuge entdeckt, die offenbar die Sequenz nach dem Lacrimosa hätte beenden sollen. Die folgenden beiden Sätze des Offertorium, das Domine Jesu Christe und das Hostias, waren wiederum in den Gesangsstimmen und teilweise im Continuo ausgearbeitet. Sanctus mit BenedictusAgnus Dei und Communio fehlten völlig.

 

Der Witwe Mozarts, Constanze Mozart, war verständlicherweise sehr daran gelegen, dass das unvollständige Werk abgeschlossen wurde, um die Vorauszahlung nicht zurückzahlen zu müssen und die zweite Hälfte der Kaufsumme zu erhalten. Sie beauftragte daher andere Komponisten, meist Schüler Mozarts, mit der Fertigstellung. Zunächst wandte sie sich an Joseph Eybler. Er arbeitete an der Instrumentation der Sätze vom Dies irae bis zum Lacrimosa, gab den Auftrag dann aber aus unbekannten Gründen zurück. Seine Ergänzungen schrieb er direkt in Mozarts autografe Partitur.

 

Die Arbeit wurde einem anderen jungen Komponisten und Schüler Mozarts anvertraut, Franz Xaver Süßmayr, der sich für die Instrumentation auf Eyblers Arbeit stützen konnte. Süßmayr komplettierte die Orchestrierung der Sequenz sowie des Offertoriums, stellte das Lacrimosa fertig und komponierte weitere Sätze: SanctusBenedictus und Agnus Dei. Dann ergänzte er die Communio (Lux aeterna), indem er die beiden Eröffnungssätze, die Mozart noch selbst komponiert hatte, wiederholte und ihnen den Text des Lux aeterna unterlegte. Ob auch die Trompeten- und Paukenstimmen im Kyrie von Süßmayr stammen, ist heute umstritten.

 

Während die Ergänzungen des Kyrie sowie Eyblers Instrumentation direkt in Mozarts Partitur eingetragen wurden, übertrug Süßmayr für den Rest des Werks Mozarts Notentext und auch (teilweise nach eigenen Vorstellungen verändert) Eyblers Ergänzungen auf neues Notenpapier. Es entstanden so zwei Partituren: die „Arbeitspartitur“, die nur Mozarts Handschrift und Eyblers Ergänzungen enthält und von Süßmayr als Arbeitsgrundlage benutzt wurde, und die „Ablieferungspartitur“ in der von Süßmayr fertiggestellten Fassung. Die letztere wurde mit einer (von Süßmayr) gefälschten Unterschrift Mozarts versehen, auf 1792 datiert und in diesem Jahr auch dem Boten des anonym gebliebenen Grafen Walsegg übergeben. Die entscheidenden Manuskripte, insbesondere die „Ablieferungspartitur“ und die „Arbeitspartitur“, fanden zwischen 1830 und 1840 nach und nach den Weg in die Wiener Hofbibliothek (heute Österreichische Nationalbibliothek).

 

Neben Eybler haben vermutlich auch noch weitere Komponisten an der Vervollständigung gearbeitet, deren Notizen Süßmayr wahrscheinlich ebenfalls nutzen konnte. So hat Maximilian Stadler offenbar zumindest Vorarbeiten zur Instrumentation des Domine Jesu geleistet. Die Begleitstimmen im Kyrie, die mit den Chorstimmen „mitgehen“ (colla-parte-Stimmen), stammen ebenfalls von einer anderen Hand; Leopold Nowak, der Herausgeber des Requiem-Bandes der Neuen Mozart-Ausgabe (NMA), hat Franz Jakob Freystädtler als Autor vermutet, was aber durch neuere Handschriftenbefunde ausgeschlossen werden kann.

 

Da die neu hinzugekommenen, von Süßmayr stammenden Teile z. T. deutliche motivische Bezüge zum von Mozart stammenden Notentext haben und außerdem Anlehnungen an andere Kompositionen Mozarts entdeckt wurden, wird häufig angenommen, dass Süßmayr oder andere Beteiligte an dem Werk auf mündliche oder schriftliche Hinweise Mozarts zurückgreifen konnten (Mozarts Witwe hat „Trümmer“ bzw. „Zettelchen“ von Mozart erwähnt).

 

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