Johann Sebastian Bach (1685-1750) – Bäche von gesalz`nen Zähren | Leitung – Bernhard Kruse

Johann Sebastian Bach (1685-1750) – Ach Jesu meine Ruh | Leitung – Bernhard Kruse

W. A. Mozart (1756-1791) – Requiem in d- moll – Dies Irae | Leitung – Bernhard Kruse

W. A. Mozart (1756-1791) – Requiem in d- moll – Tuba mirum | Leitung – Bernhard Kruse

W. A. Mozart (1756-1791) – Requiem in d- moll – Domino Jesu | Leitung – Bernhard Kruse

W. A. Mozart (1756-1791) – Requiem in d- moll – Benedictus | Leitung – Bernhard Kruse

 

 

Die Kantorei St. Nikolai

 

ist ein Oratorienchor mit 80 Sängerinnen und Sängern. Er ist wichtiger Bestandteil des kirchenmusikalischen Angebotes an der St. Nikolai-Kirche. Regelmäßig gestaltet die Kantorei die Gottesdienste mit oder gibt ihnen – wie zum Beispiel bei Kantatengottesdiensten oder dem jährlichen Musikgottesdienst am ersten Weihnachtstag, begleitet vom Orchester und Solisten – einen besonderen, oft themenbezogenen Schwerpunkt.

 

Im Zentrum der Konzerttätigkeit des Chores stehen die Aufführung der großen Oratorien von J.S. Bach sowie andere Chorwerke des Barock (Händel: Messias) der Klassik (Mozart-Requiem, Haydn- Messen etc.), Romantik (Mendelssohn-Elias u.a.) und Moderne (Helmut Barbe). Bei diesen Konzerten wird der Chor von Mitgliedern der großen Berliner Profiorchester (Deutsches Sinfonieorchester Berlin, Deutsche Oper, Konzerthausorchester u.a.) begleitet. Die Gesangssolisten sind durchweg professionell tätig –  als Konzert- und-Opernsänger oder in den Berliner Profichören (Chor der Deutschen Oper Berlin, RIAS-Kammerchor oder Rundfunkchor Berlin). In letzter Zeit pflegt die Kantorei intensiv die Zusammenarbeit mit Instrumentalisten, die sich speziell mit der Aufführungspraxis der Barockzeit beschäftigt haben und auch Originalinstrumente oder Instrumentenkopien der Barockzeit spielen.

 

Alle zwei Jahre steht die Aufführung eines großen sinfonischen Chorwerkes aus der Romantik auf dem Programm. Dazu arbeitet der Chor mit anderen Berliner Chören zusammen. Zuletzt kam es im Herbst 2013 zu zwei Aufführungen des „Deutschen Requiems“ von Johannes Brahms gemeinsam mit der Kantorei der Kaiser-Wilhelm- Gedächtniskirche. Für November 2015 sind mit diesem Chor zwei Aufführungen des Requiems von W.A. Mozart geplant.

 

Die Kantorei St. Nikolai pflegt eine Chorfreundschaft zum „Ensemble Vocal Adam de la Halle“ aus Arras /Frankreich. Man traf sich 2010 zu einer gemeinsamen Aufführung des Fauré-Requiems in Berlin und 2012 zu einem Konzert mit der Nelsonmesse von Joseph Haydn in Arras.

 

Kantorei St. Nikolai Berlin Spandau

 

 

Kantate „Ich hatte viel Bekümmernis“

 

Die Entstehung dieser Kantate ist ungeklärt. Sicher ist, dass sie am 3. Sonntag nach Trinitatis 1714 in Weimar zum ersten Mal aufgeführt wurde, allerdings noch nicht mit allen Sätzen aus der letzten Fassung von 1723. Sie entstand aber bereits noch früher. Möglicherweise hat Bach sie komponiert oder aus bereits bestehenden Einzelstücken zusammengestellt, als er sich 1713 um die Organistenstelle in Halle bewarb. Es ist auch möglich, dass die beiden Teile der Kantate ursprünglich als je eigene Werke geplant waren. Der Text der Kantate stammt wahrscheinlich von Salomon Franck.

 

Seufzermotive (z. B. in Takt 9 ff. der ersten Arie), das Bild des Tränenstroms mittels Sekundschritten in Sechzehnteln in der zweiten Arie und das musikalisch aufwühlend gestaltete Bild einer Sturmflut charakterisieren die bedrückte Stimmung. Doch schon im Eingangschor, mit den Worten „Aber deine Tröstungen erquicken meine Seele“, ändert sich die Stimmung zu freudiger Heilsgewissheit. Der Schlusschor „Das Lamm, das erwürget ist“ bildet eine triumphierende Lobeshymne. Den Text aus der Offenbarung des Johannes (Offb 5,12 LUT) hat auch Händel zum Abschluss seines Messias verwendet.

 

Die Kantate „Ich hatte viel Bekümmernis“ ragt in mehrfacher Hinsicht aus dem Kantatenschaffen Bachs heraus. Schon die Dauer – die Aufführung dauert etwa 40 Minuten – ist außergewöhnlich. Bach erreicht in dieser Kantate eine große Intensität und Dramatik, die an seine großen Hauptwerke erinnern.

 

Quelle: wikipedia.de

 

 

Das Requiem – Entstehung

 

In den letzten Jahren vor seinem Tod wandte sich Mozart verstärkt der Kirchenmusik zu – eine ganze Reihe von Kyrie-Fragmenten wird auf die Jahre 1787–1791 datiert. Er versuchte, sich im kirchenmusikalischen Fach ein Auskommen zu sichern, indem er sich im April 1791 erfolgreich als Adjunkt des Domkapellmeisters an St. Stephan in Wien, Leopold Hofmann, bewarb. Die Stelle war zwar unbezahlt, doch erwarb sich Mozart so die „Erwartung auf die 2000 Gulden eintragende Kapellmeisterstelle“, also die Zusicherung einer sehr lukrativen Position. Im Juni 1791 schloss Mozart die FronleichnamsMotette Ave verum corpus (KV 618) ab. Ein Arbeitsauftrag für ein größeres Kirchenwerk musste ihm somit sehr entgegenkommen.

Im Laufe des Jahres 1791 wurde Mozart durch Vermittler, die für den exzentrischen Grafen Franz von Walsegg agierten, mit der Komposition eines Requiems beauftragt und erhielt die Hälfte der Bezahlung im Voraus. Er hielt sich an die übliche Textgestalt des Requiems und verzichtete lediglich, wie das in den meisten musikalischen Bearbeitungen der Fall ist, auf eine Vertonung von Graduale und Tractus. Als Vorbild mag das Requiem c-Moll von Michael Haydn gedient haben, an dessen Uraufführung Mozart als Fünfzehnjähriger im Orchester mitgewirkt hatte.

Während des Kompositionsprozesses erkrankte Mozart schwer. Bis zu seinem Tod am 5. Dezember 1791 hatte er lediglich den Eröffnungssatz des Introitus (Requiem aeternam) mit allen Orchester- und Vokalstimmen niedergeschrieben. Das folgende Kyrie und der größte Teil der Dies-iraeSequenz (vom Dies irae bis zum Confutatis) waren lediglich in den Gesangsstimmen und dem bezifferten Bass fertiggestellt, darüber hinaus waren verschiedentlich einige wichtige Orchesterpartien (etwa Posaunensolo im Tuba mirum, öfter Stimme der ersten Violinen) kurz skizziert. Der letzte Satz der Sequenz, das Lacrimosa, brach nach acht Takten ab und blieb unvollständig. In den 1960er Jahren wurde eine Skizze für eine AmenFuge entdeckt, die offenbar die Sequenz nach dem Lacrimosa hätte beenden sollen. Die folgenden beiden Sätze des Offertorium, das Domine Jesu Christe und das Hostias, waren wiederum in den Gesangsstimmen und teilweise im Continuo ausgearbeitet. Sanctus mit BenedictusAgnus Dei und Communio fehlten völlig.

Der Witwe Mozarts, Constanze Mozart, war verständlicherweise sehr daran gelegen, dass das unvollständige Werk abgeschlossen wurde, um die Vorauszahlung nicht zurückzahlen zu müssen und die zweite Hälfte der Kaufsumme zu erhalten. Sie beauftragte daher andere Komponisten, meist Schüler Mozarts, mit der Fertigstellung. Zunächst wandte sie sich an Joseph Eybler. Er arbeitete an der Instrumentation der Sätze vom Dies irae bis zum Lacrimosa, gab den Auftrag dann aber aus unbekannten Gründen zurück. Seine Ergänzungen schrieb er direkt in Mozarts autografe Partitur.

Die Arbeit wurde einem anderen jungen Komponisten und Schüler Mozarts anvertraut, Franz Xaver Süßmayr, der sich für die Instrumentation auf Eyblers Arbeit stützen konnte. Süßmayr komplettierte die Orchestrierung der Sequenz sowie des Offertoriums, stellte das Lacrimosa fertig und komponierte weitere Sätze: SanctusBenedictus und Agnus Dei. Dann ergänzte er die Communio (Lux aeterna), indem er die beiden Eröffnungssätze, die Mozart noch selbst komponiert hatte, wiederholte und ihnen den Text des Lux aeterna unterlegte. Ob auch die Trompeten- und Paukenstimmen im Kyrie von Süßmayr stammen, ist heute umstritten.

Während die Ergänzungen des Kyrie sowie Eyblers Instrumentation direkt in Mozarts Partitur eingetragen wurden, übertrug Süßmayr für den Rest des Werks Mozarts Notentext und auch (teilweise nach eigenen Vorstellungen verändert) Eyblers Ergänzungen auf neues Notenpapier. Es entstanden so zwei Partituren: die „Arbeitspartitur“, die nur Mozarts Handschrift und Eyblers Ergänzungen enthält und von Süßmayr als Arbeitsgrundlage benutzt wurde, und die „Ablieferungspartitur“ in der von Süßmayr fertiggestellten Fassung. Die letztere wurde mit einer (von Süßmayr) gefälschten Unterschrift Mozarts versehen, auf 1792 datiert und in diesem Jahr auch dem Boten des anonym gebliebenen Grafen Walsegg übergeben. Die entscheidenden Manuskripte, insbesondere die „Ablieferungspartitur“ und die „Arbeitspartitur“, fanden zwischen 1830 und 1840 nach und nach den Weg in die Wiener Hofbibliothek (heute Österreichische Nationalbibliothek).

Neben Eybler haben vermutlich auch noch weitere Komponisten an der Vervollständigung gearbeitet, deren Notizen Süßmayr wahrscheinlich ebenfalls nutzen konnte. So hat Maximilian Stadler offenbar zumindest Vorarbeiten zur Instrumentation des Domine Jesu geleistet. Die Begleitstimmen im Kyrie, die mit den Chorstimmen „mitgehen“ (colla-parte-Stimmen), stammen ebenfalls von einer anderen Hand; Leopold Nowak, der Herausgeber des Requiem-Bandes der Neuen Mozart-Ausgabe (NMA), hat Franz Jakob Freystädtler als Autor vermutet, was aber durch neuere Handschriftenbefunde ausgeschlossen werden kann.

Da die neu hinzugekommenen, von Süßmayr stammenden Teile z. T. deutliche motivische Bezüge zum von Mozart stammenden Notentext haben und außerdem Anlehnungen an andere Kompositionen Mozarts entdeckt wurden, wird häufig angenommen, dass Süßmayr oder andere Beteiligte an dem Werk auf mündliche oder schriftliche Hinweise Mozarts zurückgreifen konnten (Mozarts Witwe hat „Trümmer“ bzw. „Zettelchen“ von Mozart erwähnt).

 

wikipedia.de