Chorklänge aus nah & fern

Der Geburtstag von Halles großem Sohn Georg Friedrich Händel wird jedes Jahr mit einem Konzert in der Konzerthalle Ulrichskirche und einem Konzert in der Händelhalle begangen.
Bereits zu seinem Geburtstag trifft sich eine fröhliche Sängerschar vor dem Händeldenkmal, um unter freiem Himmel ein Geburtstagsständchen zu Ehren des Maestros anzustimmen.

Händels Geburtstag mit Gästen aus aller Welt

Gäste aus aller Welt feiern gemeinsam mit den Hallensern „Happy Birthday Händel“.

Traditioneller Höhepunkt ist die Aufführung des Oratoriums „Messiah“ von Georg Friedrich Händel in der Georg-Friedrich-Händel-HALLE.

450 Sängerinnen und Sänger aus 10 Ländern (Österreich, Niederlande, Norwegen, Italien, Frankreich, England, Irland, Japan, USA, Deutschland) haben sich angemeldet. Etwa 60 % der Messiah-Sänger sind in Chören und 40 % individuelle Sänger. Aus dem Raum Halle-Leipzig kommt etwa ein Viertel der Sänger. Manche Chöre sind schon zum dritten, fünften oder sogar zum sechsten Mal dabei, es gibt aber auch neue Gesichter.

Bereits am Freitag, stellen sich unter dem Motto „Chorklänge aus Nah und Fern“ die teilnehmende Chöre aus aller Welt mit einem internationalen Konzertprogramm in der Ulrichskirche vor. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

Happy Birthday Händel

Sarah Flower Adams

Ihr Vater war der Journalist und Herausgeber der Zeitschriften The Cambridge Intelligencer und The Political ReviewBenjamin Flower (1755–1829), ihre Mutter Eliza Gould (1770–1819); beide hatten 1800 geheiratet. Die erste Tochter aus dieser Ehe, Eliza, war 1803 geboren und starb 1846. Zu dem gesellschaftlichen Umgang in ihrem Elternhaus gehörten u. a. Samuel Taylor ColeridgeRobert Browning und Percy Bysshe Shelley. Entsprechend der literarisch geprägten Atmosphäre ihres Elternhauses wandte Sarah sich der Schauspielerei und Schriftstellerei zu (bezeugt ist ihr Auftreten als Lady Macbeth im Jahr 1837).

Nach dem Tod ihres Vaters siedelte sie mit ihrer Schwester nach London über, wo ein Freund ihres Vaters, William Johnson Fox, die unitarische Gemeinde (South Place Unitarian Church, Finsbury, London) leitete, die damals ein Treffpunkt reformerisch gesinnter Intellektueller war. Hier traf sie den Publizisten und Ingenieur William Bridges Adams, den sie 1834 heiratete.

Daneben widmete sie sich schriftstellerischen Arbeiten; zu William Johnson Fox‘ Hymns and Anthems (London 1841) steuerte sie 14 Gedichte bei, darunter Nearer, my God, to Thee, das in der zweiten Jahrhunderthälfte, um eine sechste Strophe von Edward Henry Bickersteth jr. erweitert und mit der Melodie „Horbury“ von John Bacchus Dykes bzw. „Bethany“des Amerikaners Lowell Mason unterlegt, zu einem der in der englischsprachigen Welt bei Begräbnissen beliebtesten Lieder werden sollte und zahlreiche weitere Vertonungen sowie auch Nachdichtungen in anderen Sprachen erlebte. Im Wesentlichen an dieses eine Gedicht knüpft sich das spätere Interesse an ihrer Person.

Ihre Dichtungen sind in einem zu ihrer Zeit modischen exaltierten Stil der Spätromantik gehalten, der schon von Zeitgenossen als „spasmodic“ bespöttelt wurde und bereits kurz nach der Mitte des 19. Jahrhunderts in Vergessenheit geriet.

Quelle: wikipedia.de

Ralph Vaughan Williams

Sohn eines Geistlichen († 1875) − wuchs in Leith Hill Place (Surrey) auf und erhielt von einer Tante ersten Musikunterricht. Nach seiner Schulzeit an der englischen Eliteschule Charterhouse School studierte er ab 1890 am Royal College of Music in London bei Hubert Parry und Charles Villiers Stanford, dann von 1892 bis 1895 bei Charles Wood am Trinity College der Universität Cambridge und 1896 nochmals in London, wo seine enge Freundschaft mit Gustav Holst begann. Zusätzlich nahm er 1897 Unterricht bei Max Bruch in Berlin, im selben Jahr heiratete er Adeline Fisher.

Von 1896 bis 1899 wirkte Vaughan Williams in London als Organist. Bald schon beschäftigte er sich intensiv mit dem Sammeln und Veröffentlichen englischer Volkslieder (Bushes and Briars, 1903) und entdeckte auch die englische Musik der Renaissance für sich. Beides beeinflusste seinen Kompositionsstil erheblich. 1905 wurde er musikalischer Leiter des Leith Hill Musical Festival (bis 1953), 1906 gab er ein neues KirchengesangbuchThe English Hymnal, heraus. 1908 hielt er sich in Paris auf, um bei Maurice Ravel noch einmal weiteren Unterricht zu nehmen.

1910 erschien dann sein erstes großes Werk, A Sea Symphony, in der späteren Zählung seine erste Sinfonie, eigentlich aber eine gewaltige Kantate für Soli, Chor und Orchester nach Worten Walt Whitmans. Im selben Jahr wurde eines seiner beliebtesten Werke veröffentlicht, die Fantasia on a Theme by Thomas Tallis. 1911 folgte der Liederzyklus On Wenlock Edge, 1913 dann seine zweite Sinfonie, A London Symphony. Die deutsche Erstaufführung am Deutschen Opernhaus in Berlin dirigierte Ignatz Waghalter.

Im Ersten Weltkrieg diente Vaughan Williams in Frankreich als Soldat. Durch den Geschützlärm wurde sein Gehör geschädigt, was in späteren Jahren zur Taubheit führte.[1] Seine tief empfundenen Eindrücke dieser Jahre finden ihren Niederschlag vor allem in der dritten Sinfonie, der Pastoral Symphony für Sopran und Orchester, die bereits 1916 skizziert, aber erst 1922 aufgeführt wurde. 1919 wurde er Kompositionslehrer am Royal College of Music in London (bis 1938), von 1920 bis 1928 leitete er den Londoner Bach-Chor. Immer häufiger trat er auch als Dirigent seiner eigenen Werke auf.

Vaughan Williams erhielt in den folgenden Jahren zahlreiche Auszeichnungen. Seinen Ruhm mehrten das Ballett Job (1930) nach der biblischen Ijob-Geschichte, die vierte Sinfonie (1935) sowie die in den Jahren des Zweiten Weltkriegs entstandenen Sinfonien Nr. 5 (1943) und 6 (1947). 1940 schrieb Vaughan Williams mit 49th Parallel auch seine erste Filmmusik.

1944 komponierte Vaughan Williams A Song of Thanksgiving als Auftragskomposition für die BBC. Unter dem ursprünglichen Titel Thanksgiving for Victory wurde das Stück in den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges aufgenommen und anlässlich eines Radio-Dankgottesdienstes am 13. Mai 1945 gesendet.

Zur Krönung von Königin Elisabeth II. schrieb Vaughan Williams ein Arrangement des Chorals All people that on earth do dwell, einer Version des Psalms 100 mit der Melodie The Old 100th als Offertorium (Gesang zur Gabenbringung). Der Komponist hatte vorgesehen, dass erstmals seit Jahrhunderten nicht nur ein Chor, sondern auch die Gemeinde bei der Krönung mitsingen sollte, indem in der abschließenden Doxologie To Father, Son, and Holy Ghost die Versammlung der Peers unisono in den Gesang einstimmt. Die Lords konnten den ungewohnten Ansprüchen zwar nicht genügen, dennoch verfehlte das Stück seine Wirkung auf den Hörer nicht.

Weniger erfolgreich waren jedoch seine Opern. Weder der 1924 uraufgeführte, aber bereits 1910 begonnene Hugh the Drover, noch Sir John in Love (1929), eine weitere Vertonung von Shakespeares Falstaff-Stoff, hielten sich im Repertoire.

Die größte Enttäuschung seiner Komponistenlaufbahn war für Vaughan Williams jedoch die schlechte Aufnahme der oratorischen Oper The Pilgrim’s Progress (1951) nach John Bunyan, an der er über vierzig Jahre gearbeitet hatte. Im selben Jahr starb seine Frau Adeline nach langer, schwerer Krankheit. 1953 heiratete er Ursula Wood (1911–2007). Unter den Werken der letzten Jahre ragen die siebte Sinfonie Sinfonia Antartica (1952), die nach der Filmmusik Scott of the Antarctic entstand, und die späte neunte Sinfonie (1957) heraus. 1957 wurde Williams in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.

Nach dem Tod Vaughan Williams’ wurde seine Asche im Poets’ Corner in der Westminster Abbey in London beigesetzt.

Quelle: wikipedia.de

 

Hörproben:

My saviors love – Charles H. Gabriel (1856-1932) | Neuapostolischer Chor Mitteldeutschland

Nearer, my god to thee – Sarah Fuller- Adams (1805-1848) | KeinChor Halle

Only you – Vince Clark (*1960) | KeinChor Halle

Deep river – trad. Spiritual | Händelchor Berlin | Leitung – Hermann Heilbronner

Bushes and briars – english Folksong – Vaughan Williams (1872-1958) | ProjektChor Halle | Leitung – Ulrich Hellem

Adiemus – Karl Jenkins (*1944) | ProjektChor Halle | Leitung – Ulrich Hellem