Emilie Mayer (1812-1883) – Sinfonie (Auszug)

Fanny Hensel (1805-1847) – Kantate (Auszug)

May Aufderheide (1888-1972) – Dusty Rag

 

concentus alius – der etwas andere Zusammenklang

 

Diesen Zusammenklang proben wir anhand bekannter – und gern auch weniger bekannter – sog. klassisch-romantischer Kompositionen bis hin zu solchen der klassischen Moderne. Wenn möglich, setzen wir bei der Zusammenstellung der Konzertprogramme einen Themenschwerpunkt wie bspw. „Damenwahl“, „Musica ex patria“oder „Verbotene Liebe“. Die Stücke erarbeiten wir in wöchentlichen Proben – immer mittwochs – und während zweimal jährlich stattfindender Probenwochenenden. Wegen der zunehmend großen Publikumsnachfrage sind wir dazu übergegangen, jeweils zwei Sommer- und zwei Winter-Konzerte zu geben, wobei jedes Jahr wenigstens ein Konzert ein Benefiz-Konzert ist, seit 2003 zugunsten des ambulanten AIDS-Hospizdienstes »TAUWERK e.V.«.

Um die Farbigkeit unserer Programme zu erhöhen, bieten wir (noch unbekannten) Konzert-Solistinnen und -Solisten die Gelegenheit, sich bei und mit uns auszuprobieren.

 

 

Damenwahl – »Warum giebt es so wenige Componistinnen!«

 

Diese Frage – gleichzeitig Titel eines Vortrages von S. Jessel in der Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins Frankfurt am Main am 25. April 1898 – war zu ihrer Zeit leicht zu beantworten, angesichts der weitverbreiteten Vorbehalte gegen komponierende Frauen:

»Es gehört unzweifelhaft für eine Dame ein großer Muth dazu, eine Symphonie zu schreiben, sowohl wegen der eigenthümlichen Schwierigkeiten dieser Musikgattung wie auch wegen des Vorurtheils, das man im Publikum der Leistung einer Dame auf diesem bisher ausschließlich Männern vorbehaltenen Gebiete der Composition entgegenbringt«, schrieb zum Beispiel Richard Pohl im Badener Wochenblatt vom 11. April 1895.

Diesen Mut hatten aber bereits so viele Frauen aufgebracht, dass sich Anton Rubinstein 1891 zu dem Urteil verstieg:
»Die Ueberhandnahme der Frauen in der Musikkunst, sowohl im instrumentalen Ausüben wie auch in der Composition […], datiert seit der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts – ich halte diese Ueberhandnahme auch mit für ein Zeichen des Verfalles unserer Kunst.«

Wir wissen zwar inzwischen, dass Frauen gleichermaßen Gültiges wie Männer zur  Bereicherung der Künste beigetragen haben und immer mehr beitragen, dennoch müssen wir eingestehen, dass doch noch nicht allzuviel davon allgemein bekannt ist.

Diesem Missstand versuchen wir mit unserer fast ausschließlichen »Damenwahl« ein wenig abzuhelfen.

Michael Zachow